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Die Auswertung der kürzlich veröffentlichten Studie zur Hebammenversorgung in Bayern zeichnet ein alarmierendes Bild.

Die Studie an der Hebammen, Mütter und Geburtskliniken teilgenommen haben, soll nun vom bayrischen Gesundheitsministerium analysiert werden. Die Studie belegt, was sich seit Jahren leider abzeichnet und jetzt anscheinend völlig überraschend kommt.

Immer mehr werdende Mütter, haben massiv Probleme, eine Hebamme zu finden, überlastete Hebammen und schließende Kreißsäle sind das Ergebnis der Auswertung. In der Wochenbettbetreuung beispielsweise hatten 71%  der Hebammen mehr Anfragen als sie annehmen konnten. Die Studie zeigt ganz klar, dass die  Arbeitsbedingungen in der Geburtshilfe verbessert aber auch   der Personalschlüssel in den Kreißsälen dringend auf den Prüfstand gehören.

Seit 01.06.2018 liegt der Betrag für die Haftpflichtprämie für freiberufliche Hebammen bei 8174,00 € jährlich. Bis zum 01.07.2020 steigt dieser auf die exorbitant hohe Summe von 9098,00 € jährlich. Dabei betreuen die betroffenen, rund 2600 freiberuflichen Hebammen, ca. 21%  aller Geburten in Deutschland.

Wir benötigen eine langfristige und vor allem tragfähige Lösung, die beispielsweise durch einen Haftungsfonds, der auf mehrere Schultern verteilt wird, gelöst werden könnte. Nur so kann die sich immer weiter nach oben drehende Preisspirale und die finanzielle Belastung für die Hebammen, gestoppt werden.

Die Tätigkeit der Hebammen muss aufgewertet und die Ausbildung endlich in eine akademische Ausbildung mit Praxisanteil überführt werden. Bayern ist immer noch eines der Bundesländer, in denen der Beruf noch nicht akademisiert ist und so neue Berufsperspektiven schaffen könnte, um dem fehlenden Nachwuchs entgegenzuwirken. Der von der CSU und Ministerpräsident Söder eingeführte Bayrische Hebammenbonus in Höhe von 1000,00 € geht zwar in die richtige Richtung, ist aber nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Ein höherer Betrag und dafür ein Verzicht auf die völlig unnötig neue Reiterstaffel, die definitiv einen hohen zweistelligen Millionenbetrag pro Jahr kosten wird, wäre sinnvoller und vor allem klüger investiert gewesen.