Internationaler Frauentag 2013: Deutschland Schlusslicht bei der Entgeltgleichheit

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Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März erklärt Beate Walter-Rosenheimer, Obfrau im Wirtschaftsausschuss des Bundestags gemeinsam mit dem Kreisverband Fürstenfeldbruck:

Noch immer werden Frauen im Berufsleben häufig benachteiligt. So liegt das Einkommen von Frauen heute noch durchschnittlich um 23 Prozent unter dem ihrer männlichen Kollegen – auch in vergleichbaren Berufen und innerhalb derselben Branchen. Das Lohngefälle zwischen Frauen und Männern ist in Deutschland so groß wie in keiner anderen europäischen Industrienation.

Beate Walter-Rosenheimer erläutert dazu: „Nach Angaben des Deutschen LandFrauenverband (dlv) verdienen Frauen im ländlichen Raum sogar 33 Prozent weniger als Männer. Damit ist Deutschland schon seit Jahren gemeinsam mit Tschechien, Österreich und der Slowakei Schlusslicht in Europa. Dies muss sich jetzt endlich ändern! Zehn Jahre Selbstverpflichtung der Wirtschaft haben nichts gebracht. Wir brauchen endlich Taten statt Verzögerungstaktik.“

Mädchen und junge Frauen überflügeln zwar im Bildungsbereich Jungen und Männer. Mehr junge Frauen machen Abitur, sie haben allgemein die besseren Noten und Abschlüsse. Auch der Anteil der Studentinnen ist in den letzten 20 Jahren kontinuierlich gestiegen. Allerdings spiegelt sich diese Entwicklung nicht in den Führungspositionen wider, Vorstände und Aufsichtsräte sind nach wie vor männerdominiert.

„Der Frauenanteil im Vorstand der 160 börsennotierten Unternehmen stagniert bei 3,1 Prozent. 21 Frauen stehen 647 Männern gegenüber“ unterstreicht Jan Halbauer, Sprecher des Kreisverbands Fürstenfeldbruck.
„Obwohl viele gut ausgebildete Frauen, auch mit Familienpflichten, gerne mehr arbeiten würden, sind mehr als drei Millionen Frauen in Minijobs gefangen und können somit nicht eigenständig für ihre Absicherung sorgen. Das ist ungerecht und schadet nicht nur den betroffenen Frauen, sondern auch der Wirtschaft, der Fachkräfte verloren gehen und unserem Sozialsystem, denn Abhängigkeit und Altersarmut sind häufige Folgen“ ergänzt die Sprecherin des Kreisverbands, Ingrid Jaschke.

Bündnis 90/DIE GRÜNEN wollen das mit einem Gleichstellungsgesetz auch für die Wirtschaft ändern, das aktive Maßnahmen zur Gleichstellung einfordert und die Transparenz bei den Gehaltsstrukturen befördert.
Beate Walter-Rosenheimer meint dazu: „Auf Bundesebene fordern wir die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns, der Lohndumping unterbindet sowie die Eindämmung der Minijobs. Minijobs haben sich insbesondere für Frauen als Niedriglohnfalle und berufliche Sackgasse erwiesen. Jetzt muss endlich gegengesteuert werden. Wir brauchen in Deutschland mehr existenzsichernde Beschäftigung mit echten Perspektiven.“
Die Wirtschaft ist in der Pflicht, mit familienfreundlichen Maßnahmen und Arbeitszeiten – auch für Männer – die Erwerbstätigkeit von Frauen zu fördern. Außerdem treten wir für eine verbindliche Frauenquote in Aufsichtsräten und Vorständen ein – denn wie die Erfahrung zeigt, hat die Selbstverpflichtung keine Fortschritte gebracht.

Bündnis 90/DIE GRÜNEN stehen ein für ein gleichberechtigtes Miteinander von Frauen und Männern, auch und gerade auf dem Arbeitsmarkt.