Offener Brief an Landrat Thomas Karmasin: Teilflächennutzungsplan Windkraft
20. Dezember 2013
Brucker Grüne nominieren Karin Geißler
20. Dezember 2013

Liebe Gröbenzellerinnen und Gröbenzeller, liebe Freundinnen und Freunde,

seit dem 27. November ist es offiziell: ich werde bei der Kommunalwahl am 16.03.2014 als Kandidat meiner Partei Bündnis 90/Die Grünen für das Amt des Ersten Bürgermeisters in meiner Heimatgemeinde Gröbenzell antreten.
Bereits vorab möchte ich Ihnen und Euch einen kleinen Einblick über mich persönlich, sowie die groben Züge meiner politischen Ziele geben.

Ökonom und Sportler

Seit meiner Geburt vor etwas mehr als 30 Jahren bin ich ein „eingefleischter“ Gröbenzeller. Von der Spielgruppe bis zum Abitur habe ich in Gröbenzell diverse Bildungseinrichtungen besucht und auch den anschließenden Zivildienst leistete ich beim örtlichen Ökumenischen Sozialdienst. Insbesondere während des Zivildienstes konnte ich viele Erfahrungen sammeln, die mir als jungem Menschen bis zum damaligen Zeitpunkt nicht bewusst waren und die damals wie heute zur Nachdenklichkeit anregen. Mein Studium der Volkswirtschaftslehre absolvierte ich anschließend an der LMU in München, bevor ich an der Universität Innsbruck mit der Arbeit an meiner Promotion zum Thema „Soziale Identität, Wahlrecht und Umverteilung“ begann. Diese Arbeit befindet sich aktuell in der Korrekturphase. Nebenher bin ich in Teilzeit seit mehreren Jahren als Assistent der Geschäftsführung eines kleinen Gröbenzeller Verlags für seniorenspezifische Produkte tätig. Einigen bin ich aber vielleicht auch als ein Gesicht des Gröbenzeller Männerhandballs bekannt. In den 22 Jahren meiner Mitgliedschaft war ich dort neben meiner aktiven Karriere im Tor – mittlerweile sind es über 700 Spiele – für diverse Bereiche verantwortlich. Insgesamt war ich 16 Jahre lang als Trainer verschiedener Jugendmannschaften, sowie mehrere Jahre als Jugendleiter für die Ausbildung der Kinder und Jugendlichen verantwortlich. Seit diesem Jahr habe ich nun die volle Verantwortung für die Handballabteilung als Spartenleiter übernommen. Meine übrige Freizeit verbringe ich ebenfalls gerne mit verschiedenen sportlichen Aktivitäten, insbesondere beim Wandern und Mountainbiken in den Bergen.

Wichtige Meilensteine für ein grünes Gröbenzell

Unser Ort Gröbenzell steht vor diversen Herausforderungen die es in der Zukunft zu meistern gilt und bei deren Bewältigung ich mich gerne federführend beteiligen möchte.

Wie bereits in den vergangenen Jahren werden wir auch in der Zukunft dafür sorgen müssen ausreichend Kinderbetreuungsplätze in Wohnortnähe zu schaffen und zu erhalten, um allen Eltern die Möglichkeit einer Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu garantieren – dies gilt für den Krippenbereich, das Vorschulalter, wie auch für Betreuungsmöglichkeiten von Schulkindern. Außerdem stehen wir angesichts des demografischen Wandels vor der Frage, wie wir Seniorinnen und Senioren altersgerechte Wohnformen ermöglichen können. Angesichts hoher Mieten im Münchner Umland stellt sich hier auch die Frage, wie dem Preisdruck für Wohnraum aus Sicht der Gemeinde begegnet werden kann. Ein Beispiel hierzu wäre möglicherweise die Erstellung eines Mietspiegels, der aber bisher leider immer von der Mehrheit des Gemeinderates abgelehnt wurde. Des Weiteren sollte insbesondere für unsere älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger auch weiterhin die Möglichkeit bestehen, sich im Ortszentrum ausreichend mit Lebensmitteln und Gütern des alltäglichen Lebens zu versorgen. Ein Einkaufsmarkt mit etwa 1.000 Quadratmetern Größe, wie vom Investor Ten Brinke gefordert, ist hierfür meines Erachtens aber weder notwendig noch zielführend, da hier zum Einen der demokratisch legitimierte Bürgerwille eines Bürgerentscheids auf den Kopf gestellt würde und zum Anderen viele kleinere Läden, die aktuell eine wohnortnahe Versorgung ermöglichen, finanziell massive Einbußen erleiden könnten oder aber das motorisierte Verkehrsaufkommen in Kirchen- und Bahnhofstraße in unerträglichem Maße erhöhen würden. Gerade das Gesicht der Bahnhofstraße wird sich in den kommenden Jahren aber hoffentlich verändern. Dass aber drei Jahre nach Prämierung eines Architektenwettbewerbs die Planung um kaum einen Schritt weiter gekommen ist, erstaunt doch sehr. Einzig das Grundstück des „Grünen Baums“ wurde aus der Gesamtplanung herausgelöst, da sich hier auf Privatinitiative ein Investor gefunden hat. Dass nun auch noch auf Bestreben der CSU-Fraktion – im Übrigen gegen die Stimme des noch amtierenden, eigenen Bürgermeisters – bereits die ersten Gelder für die Überplanung der Kirchenstraße in die Hand genommen werden sollen, spottet eigentlich jeder Beschreibung, angesichts des Planungsstaus im Gröbenzeller Norden. Sinnvoll wäre dies nur gesetzt den Fall, dass endlich ein Gesamtkonzept für die Entwicklung Gröbenzells geschaffen würde und endlich das kleinteilige „Herumdoktern“ an einzelnen Problemen beendet würde. Neben der hier dringend erforderlichen Bürgerbeteiligung, um die exorbitanten Kenntnisse und Potentiale der Gröbenzeller Bevölkerung nutzen zu können, wäre es auch äußerst notwendig ein Verkehrskonzept für den gesamten Ort von unabhängiger Seite erstellen zu lassen. Angesichts der, aus meiner Sicht überdimensionierten, Planung für das Grundstück des Möbel Fahr, steht Gröbenzell, und hier insbesondere die Staatsstraße, ohnehin kurz vor dem Verkehrsinfarkt. Wie weit sich diesem steigenden Verkehrsaufkommen von Seiten der Gemeinde begegnen lässt, stellt allerdings eine gewisse Unsicherheitskomponente dar. Die Reihenfolge, zuerst Gebiete zu einer bestimmten Nutzung auszuweisen, um dann später angesichts der Verkehrsprobleme keine Lösung mehr anbieten zu können und in Katzenjammer zu verfallen, stellt aus meiner Sicht aber weder eine weitsichtige, noch eine bürgerfreundliche Politik dar. Insgesamt denke ich, dass Gröbenzell angesichts der relativ kurzen Wege viele Potentiale für eine Optimierung des Fahrrad- und Fußgängerverkehrs hat, wenn nur die Bereitschaft besteht, diese auch umsetzen zu wollen. Beispiele hierfür wären  das Beseitigen von Stolperschwellen für Fußgänger, zusätzliche ausgewiesene Fahrradrouten, bessere und zusätzliche Fahrradabstellmöglichkeiten an der S-Bahn, im Ortszentrum, sowie an weiteren wichtigen öffentlichen Einrichtungen. Ebenso wäre es mir ein besonderes Anliegen, im Verbund mit anderen Kommunen auf eine Verbesserung des ÖPNV in München und dem Umland hinzuwirken, damit die Gröbenzeller Bürgerinnen und Bürger angesichts eines deutlich optimaleren Angebots gerne auf die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel umsteigen.

Erfreulicherweise ist die Gemeinde Gröbenzell ja bereits heute sehr aktiv, was die ökologische Sanierung von öffentlichen Gebäuden, sowie die Beteiligung an regenerativen Formen der Energieerzeugung betrifft. Nachholbedarf gibt es aber noch in der Förderung von privaten Investitionen und bürgerschaftlichen Engagements. Die Erstellung eines Solarkatasters – andere Kommunen in der Umgebung haben hiermit durchwegs positive Erfahrungen – wurde in Gröbenzell scheinbar aus purem Desinteresse an der Sache mit fadenscheinigen Begründungen abgelehnt. Außerdem gilt es in den nächsten Jahren, den Eigenanteil Gröbenzells am kommunalen Stromversorgungsunternehmen „KommEnergie“ zu erweitern.

Besondere Bedeutung für eine Gemeinde wie Gröbenzell vor den Toren Münchens haben aber natürlich auch die vielfältigen Vereine, Arbeitskreise, Interessengruppen und kulturellen Veranstaltungen, ohne die unser Ort aller Wahrscheinlichkeit nach nur eine Schlafgemeinde darstellen würde. Dieses Angebot an Attraktionen gilt es dringend weiterhin zu unterstützen um der Gröbenzeller Bevölkerung auch in Zukunft ein reichhaltiges Angebot für ihr Leben und ihre Freizeit vor Ort bieten zu können. Der Erhalt der diversen Naherholungsflächen in unmittelbarer Umgebung  ist ebenfalls ein äußerst wichtiger Baustein für die hohe Lebensqualität, wie sie heute in Gröbenzell zu finden ist und welche auch in Zukunft für die Gröbenzeller Bürgerinnen und Bürger bestehen bleiben soll.

Ich möchte mich für eine bürger- und menschenfreundliche Entwicklung unserer Gemeinde einsetzen und werde hierfür in den kommenden Wochen und Monaten um Ihre und Eure Unterstützung werben.