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Sparkassen sind öffentliche Einrichtungen, sie haben einen öffentlichen Auftrag und sind dem Gemeinwohl verpflichtet.

Die Art und Weise, wie Entscheidungen in und zu Sparkassen zustande kommen, und die Kommunikationspolitik von Sparkassen passen jedoch so gar nicht zum Status öffentlicher Unternehmen.

Das gilt auch für die Sparkasse Fürstenfeldbruck, deren Träger zu gleichen Teilen die Stadt und der Landkreis Fürstenfeldbruck sind. Aktuell wird der Zusammenschluss der Sparkasse Fürstenfeldbruck mit den Sparkassen Dachau und Landsberg-Dießen verhandelt.

Sollte es zu einer Fusion der drei genannten Geldhäuser kommen, würde die viertgrößte Sparkasse in Bayern mit einer Bilanzsumme von gut acht Milliarden Euro entstehen.

Als Vorteile einer Fusion und damit eines größeren Unternehmens werden von den Protagonisten des Zusammenschlusses größere Flexibilität, Bündelung von Kompetenzen und weniger Verwaltungsaufwand ins Feld geführt.

Dies sei vor dem Hintergrund der aktuellen Rahmenbedingungen – genannt werden hier die Digitalisierung, wachsende regulatorische Anforderungen und die Niedrigzinsphase – wichtig, um im Markt gut bestehen zu können.

Ohne Zweifel stehen Sparkassen vor großen Herausforderungen. Im Vordergrund aller einschlägigen Überlegungen und dann ggf. Maßnahmen sollte allerdings stets die Frage nach der Erfüllung und der Erfüllbarkeit der Sparkassen-spezifischen Kernaufgaben stehen.

Zu diesen Kernaufgaben gehören u.a. die Unterstützung der „Aufgabenerfüllung der Kommunen im wirtschaftlichen, regional-politischen, sozialen und kulturellen Bereich„, die Berücksichtigung „der wirtschaftlich schwächeren Bevölkerungskreise“ sowie die Gewährleistung der Örtlichkeit und der Versorgung in der Fläche.

Es muss deshalb ganz konkret hinterfragt werden, ob ein Institut mit einem derart großen Gebietsumgriff und damit großem Bedienungsgebiet diese geforderte Bedienung in der Fläche auf dem Bildschirm hat.

Prof. Dr. Guido Eilenberger, emeritierter Universitäts-Professor für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Bankbetriebslehre und Betriebliche Finanzwirtschaft, hat im Auftrag der bündnisgrünen Kreistagsfraktion ein bankwissenschaftliches Fachgutachten zur Kreis- und Stadtsparkasse Fürstenfeldbruck erstellt.

Neben dem Ausleuchten verschiedener Aspekte einer möglichen Fusion war es Aufgabe des Gutachtens zu prüfen, ob und in welchem Umfang die Sparkasse Fürstenfeldbruck Teile ihrer Jahresüberschüsse an ihre Träger, die Stadt und den Landkreis, im Rahmen dessen, was die Vorgaben der Sparkassenordnung erlauben, hätte ausschütten können und dürfen.

Die verschiedenen Aspekte der geplanten Fusion  waren Schwerpunkte der Vortrags- und Diskussionsveranstaltung am 27. Juli, zu der Bündnis 90/DIE GRÜNEN und UWG im Kreistag Fürstenfeldbruck, BBV und GRÜNE im Brucker Stadtrat eingeladen haben.

Weitere Information:

Bankwissenschaftliches Fachgutachten zur Sparkasse Fürstenfeldbruck