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„Keine Realisierung des Projektes Südwestumfahrung Olching“, so lautet der Titel eines aktuellen Antrags von Martin Runge, Abgeordneter der GRÜNEN im Bayerischen Landtag. Runge fordert mit diesem Antrag Landtag und Staatsregierung auf, aus Gründen des Natur-, des Landschafts- und des Artenschutzes, aber auch zur Verhinderung zusätzlicher Verkehrsbelastungen Abschied zu nehmen von dem hoch umstrittenen Straßenbauvorhaben. Staatsminister Aiwanger und der FW-Abgeordnete Hans Friedl haben bereits ihre Unterstützung zugesagt.

Der Bayerische Landtag wird sich demnächst wieder mit der geplanten Südwestumfahrung Olching (SWU) befassen. Martin Runge, Vorsitzender des Innen- und Kommunalausschusses des Bayerischen Landtags und seit vielen Jahren einer der größten Kritiker der SWU, nimmt einen weiteren Anlauf und bringt das strittige Projekt in den parlamentarischen Prozess ein. Runge verweist in diesem Zusammenhang u.a. auf das neue Gesetzespaket zum Umwelt- und Artenschutz, das der Landtag im letzten Jahr verabschiedet hat. So enthält das neu gefasste Bayerische Straßen- und Wegegesetz die Vorgabe, „mit Grund und Boden sparsam umzugehen und die Flächeninanspruchnahme in Abwägung mit den Notwendigkeiten von Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs sowie der Schonung von Naturhaushalt und Landschaftsbild so weit wie möglich zu begrenzen.“ Naturhaushalt und Landschaftsbild sind „in größtmöglichen Umfang zu schonen“.

Bau und Betrieb der SWU hätten bekanntlich massive Eingriffe in Natur und Umwelt zur Folge. Zu nennen sind die Gefährdung streng geschützter Arten, das Durchschneiden eines Erholungsraumes und regionalen Grünzugs, Flächenverbrauch und Bodenversiegelung sowie Steigerung der Überschwemmungsgefahr. Hinzu kommt, dass die SWU durchgehend in Dammlage gebaut werden soll und „im Bereich des Bauvorhabens die Streckencharakteristik einer freien Strecke mit höhengleichen Anschlüssen“ erhalten soll. Die damit ermöglichten deutlich höheren Fahrgeschwindigkeiten hätten, kombiniert mit der Dammlage, zur Folge, dass tausende von Bürgerinnen und Bürgern Olchings in den „Genuss“ eines neuen Lärmteppichs kämen.

Das Anliegen der Anwohner der Fürstenfeldbrucker und der Roggensteiner Straße in Olching nach weniger Autoverkehr vor ihrer Haustür sei nachvollziehbar und auch berechtigt, so Martin Runge. Hier allerdings die SWU als zielführende Lösung zu propagieren, sei nichts anderes, als den Teufel mit dem Beelzebub austreiben zu wollen. Denn Bau und Inbetriebnahme der SWU würden neben den genannten massiven Umweltzerstörungen auch deutlich mehr Verkehrsbelastung als -entlastung zur Folge haben, und dieses eben nicht nur für die Nachbargemeinden Olchings, allen voran Eichenau, sondern auch für und in Olching selbst.“ Deshalb fordert Martin Runge, das Straßenbauprojekt nicht weiter zu verfolgen und erste Maßnahmen wie Baumrodungen oder gar den Bau des Kreisels an der Einmündung Römerstraße zu stoppen.