Online-Sprechstunde von Beate Walter-Rosenheimer
30. Januar 2022
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9. Mai 2022

Pressemitteilung zur Corona-Situation

Im Landkreis Fürstenfeldbruck hatten wir gestern (08.02.) eine 7-Tage-Inzidenz von 4031,3. Damit sind wir Bundesweit mit Abstand Spitzenreiter. Dazu kommend eine Impfquote von ca. 65% an Erst- und Zweitimpfungen. Auch der Freistaat Bayern kann sich mit seinen Spitzenplatz bei den Inzidenzen unter den Bundesländern schmücken (08.02.: 1819,1), hier kommt eine Impfquote von ca. 73% vollständig Geimpften hinzu.

Bei dieser Lage verkündet unsere Bayerische Regierung Lockerungen sowie eine faktische Aussetzung der einrichtungsbezogenen Impfpflicht. Dies ist ein Schlag ins Gesicht aller, sowie der eigenen Impfkampagne. Markus Söder versucht am rechten Rand, insbesondere die sog. „Spaziergänger“, zu fischen. Die Union wird ihrer Rolle als Opposition auf Bundesebene nicht gerecht, sie versucht einfach nur dagegen zu sein, anstatt qualifizierte Kritik zu formulieren. Die selbst befürwortete Impfpflicht (auch Bayern hat im Bundesrat dafür gestimmt) wird nun aus reiner Frustration über die Oppositionsrolle und dem verzweifelten Versuch der Selbstfindung am rechten politischen Rand abgelehnt.

Die Lockerungen generell sind ein herber Rückschlag für alle Maßnahmen. Auch wenn die Belegung der Intensivbetten es zulässt, sollte dennoch das oberste Ziel sein die Bevölkerung zu schützen. Denn nicht nur ein schwerer Verlauf ist die Gefahr einer Corona-Erkrankung. Vor allem die längerfristigen gesundheitlichen Folgen sind für die junge, fitte Generation wesentlich. So gibt es z.B. eine Bayernliga Mannschaft im Landkreis, die sich und die gegnerische Mannschaft bei einem Spiel fast vollständig infizierten. Alle waren geimpft, es galt 2G+. Dennoch ist der Mannschaft mittlerweile deutlich anzumerken, dass sie auch jetzt noch mit Leistungseinbußen, v.a. im konditionellen Bereich, zu kämpfen haben. Des Weiteren gibt es auch sehr aktive Schüler, die nach einer Infektion nicht mehr zum Fußballspielen gehen, weil sie sich einfach nicht fit genug fühlen.

Diese junge Generation wurde zu Beginn der Pandemie besonders gebeten ihr soziales Leben einzuschränken, mit Blick auf die gefährdeten Gruppen, insbesondere ältere Menschen. Nun lässt man diese Generation im Stich und lockert.

Wir wollen somit einerseits an die Staatsregierung appellieren einen Kurs zum Wohle aller zu fahren und nicht nur zum eigenen vermeintlichen politischen Profit. Und des Weiteren die gesamte Gesellschaft zu gegenseitiger Rücksichtnahme und Vorsicht aufrufen, wenn die Staatsregierung keine Vernunft zeigt, müssen eben wir als Bevölkerung dies tun.

Kathrin Durach und Simon Würfl

Sprecherin und Sprecher
Bündnis 90/DIE GRÜNEN, Kreisverband Fürstenfeldbruck