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Antrag: Den Ausbau von Photovoltaikanlagen an landkreiseigenen Schulen und Liegenschaften beschleunigen

Der Kreistag möge beschließen:

Der Kreistag beschließt, den Ausbau der von Photovoltaikanlagen an landkreiseigenen Schulen und Liegenschaften zu beschleunigen. Folgende Maßnahmen werden unmittelbar umgesetzt:

Die angemeldeten Gelder für den Ausbau der PV-Anlage auf dem Dach des Carl-Spitzweg-Gymnasiums in Germering werden unverzüglich wieder eingesetzt und noch im Jahr 2022 soll die Planung hierzu beginnen. 

Die defekte Anlage auf dem Altbau des Viscardi Gymnasiums Fürstenfeldbruck wird unverzüglich wieder instandgesetzt und eine Erweiterung geplant.

Eine PV-Anlage auf den Dachflächen der Realschule Fürstenfeldbruck wird umgehend projektiert.

Die Dachfläche auf dem Altbau des Max-Born-Gymnasiums wird für eine PV-Anlage vorbereitet (Abtrag Kiesschüttung) und unverzüglich projektiert.

Planungen für die Erweiterung der PV-Anlage auf dem Kollegstufenbau des Viscardi Gymnasiums werden unverzüglich beauftragt.

Die geplante PV-Anlage auf dem Dach des Erweiterungsbaus des Gymnasiums Gröbenzell wird auf 2023 vorgezogen.

Die geplante PV-Anlage auf dem Förderzentrum Fürstenfeldbruck wird auf 2023 vorgezogen.

Bei Kapazitätsengpässen im zuständigen Bauamt werden die Maßnahmen über externe Dienstleister realisiert.

Begründung:

Mit den am 7. Juli 2022 im Bundestag beschlossenen Gesetzespaketen schiebt die neue Bundesregierung den Ausbau der Erneuerbaren Energien nach langen Jahren der Stagnation, Verhinderung und Blockade endlich kräftig an. Zugleich geht sie die Energieversorgung so ernsthaft an, wie es die Realität der Klimakrise und die Bedrohung der Versorgungssicherheit nach dem russischen Angriff auf die Ukraine erfordert. 

Es ist daher notwendig, dass wir auch im Landkreis Fürstenfeldbruck den Ball der Bundesregierung aufnehmen und unsere Ausbauziele für die Erneuerbaren Energien beschleunigen. Unser hauseigener Fahrplan für den Ausbau von Photovoltaikanlagen an landkreiseigenen Schulen und Liegenschaften ist bisher wenig ambitioniert und widerspricht der Vorbildfunktion der öffentlichen Hand. Bisher hat der Landkreis jedes klimapolitische Ziel, z.B. 100% Erneuerbare Energien im Landkreis bis 2030 oder die Reduzierung des CO²-Ausstoßes pro Kopf, verfehlt.

Das EEG 2023 verankert nun das Ziel, dass die inländische Stromerzeugung bereits im Jahr 2035 nahezu treibhausgasneutral sein, also nahezu vollständig durch erneuerbare Energien erfolgen soll. Auf dem Weg nach 2035 wird das Ausbauziel für 2030 deutschlandweit angehoben, und zwar auf einen Anteil erneuerbarer Energien von mindestens 80 Prozent am Bruttostromverbrauch, wobei dieser mit 750 TWh unterstellt wird. Daraus folgt, dass im Jahr 2030 insgesamt 600 TWh in Deutschland aus erneuerbaren Energien bereitgestellt werden sollen. Bei der Solarenergie werden die Ausbauraten auf ein Niveau von 22 GW pro Jahr gesteigert, so dass im Jahr 2030 insgesamt rund 215 GW Solar-Leistung in Deutschland installiert sein sollen. Um diese notwendigen Ziele zu erreichen ist es notwendig, dass wir auch im Landkreis unsere eigenen Maßnahmen deutlich beschleunigen.

gez. Jan Halbauer