Ersatzpflanzungen nach Kahlschlag an der Roggensteiner Allee / Kreisstraße FFB 17

Nach der Rodung aus Verkehrssicherheitsgründen (fortschreitendes Eschentriebsterben, Bäume zum Teil direkt neben der Fahrbahn) von 50 – teils biotoprelevanter alter – ortsbildprägender Alleebäume entlang der Kreisstraße FFB 17 im vergangenen Jahr waren Ersatzpflanzungen vor Ort nicht vorgesehen, da erforderliche Abstände von Bäumen zum Fahrbahnrand bei Neupflanzungen nicht einzuhalten bzw. nicht ohne Errichtung von Leitplanken möglich wären. Zudem wurde angegeben, Ersatzpflanzungen wären bei Baumfällungen aus Verkehssicherheitsgründen nicht erforderlich. Unserem Antrag (https://gruene-bruck.de/2025/09/23/antrag-der-kreistagsfraktion/) auf gleichwertige Ersatzpflanzungen an der Roggensteiner Straße mit klimaresilienten, heimischen Baumarten in Qualitätsstufe/Kategorie 1 als Allee wurde zunächst insofern nachgekommen, dass ein von uns gefordertes Pflanzkonzept, das unter anderem genaue Standorte der zu pflanzenden Bäume, einen Zeitplan für die Umsetzung und ein Pflegekonzept für die ersten Jahre beinhalten sollte, beauftragt wurde. 

Das Pflanzgutachten identifiziert 21 Standorte, an denen Baumpflanzungen ohne Errichtung von Leitplanken möglich sind. Darüber hinaus gehende Pflanzungen sind mit Leitplanken abzusichern. Die Kosten für die Beplankung weiterer Bäume werden mit 86.000 € angesetzt. Die Kostenschätzung für die Ersatzpflanzung im Verhältnis 1 zu 1 – also insgesamt 50 Bäumen – beläuft sich ohne Beplankung auf 98.000 €. Unser Ansatz, bei Fällung von Altbäumen mindestens 2 (oder mehr) Bäume nach zu pflanzen um deren vielfältige Funktionen adäquat zu ersetzen, wurde bestätigt. Allerdings wäre dies hier nur unter erhöhtem Kostenaufwand möglich, da zusätzlich zu den erforderlichen Leitplanken aufgrund verlegter Versorgungsleitungen die Herstellung der Pflanzgruben aufwändig und somit kostenintensiv ist. Nach hitziger Diskussion wurde beschlossen aus Kostengründen auf Leitplanken zu verzichten und lediglich bis zu 21 Bäume an der Roggensteiner Straße zu pflanzen. Weiterer Ersatz soll an einem noch zu bestimmendem Standort erfolgen. Insgesamt sollen die 50 gefällten Bäume 1 zu 1 ersetzt werden, aus Kostengründen jedoch nicht in Kategorie 1, sondern in geringerer Qualität. 

Die Ersatzpflanzung bleibt hinter unserer naturschutzfachlich gerechtfertigten Forderung zurück. Wir haben jedoch erreicht, dass Ersatzpflanzungen durchgeführt werden und diese wenigstens teilweise vor Ort erfolgen. Es bleibt allerdings auch ein eklatanter Mangel an Transparenz sowohl im Vorfeld der Rodungsaktion als auch hinsichtlich erforderlicher Ersatzmaßnahmen festzuhalten.

Ingrid Jaschke, Kreisrätin