Wie gelingt es, junge Menschen für die Demokratie zu begeistern? Wie viel politische Haltung ist im Klassenzimmer erlaubt? Und wo verläuft die Grenze der Neutralität? Mit diesen Fragen hat die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Bayerischen Landtag am 22. Juni zu „Mehr Bock auf Demokratie: Politische Bildung in der Schule“ eingeladen – moderiert von Gabriele Triebel.
Den inhaltlichen Auftakt machte Dr. Gero Kellermann von der Akademie für Politische Bildung in Tutzing mit dem Impulsvortrag „Neutralitätsgebot versus politische Haltung: Was dürfen Lehrkräfte?“ Seine zentrale Botschaft: Schule darf gegenüber den Grundwerten unserer Demokratie nicht neutral sein. Das Grundgesetz beruht auf Pluralität, Freiheit und demokratischer Mitwirkung. Diese Grundlagen müssen auch in der Schule vermittelt und eingeübt werden.
Im Anschluss diskutierte Gabriele Triebel mit Expert*innen aus Wissenschaft, Schule, Verwaltung und Praxis darüber, wie politische Bildung und Beteiligung an bayerischen Schulen gestärkt werden können. Die Ergebnisse: Benötigt werden mehr Rückendeckung für Lehrkräfte, mehr Raum im Schulalltag für politische Themen und echte Möglichkeiten zur Mitbestimmung für Schülerinnen und Schüler.
Denn Demokratie darf nicht an der Schultür enden. Wer in der Schule erfährt, dass die eigene Stimme zählt und das eigene Handeln etwas bewirken kann, entwickelt eher Vertrauen in demokratische Prozesse und Institutionen. Ohne dieses Erleben von Selbstwirksamkeit bleibt Demokratie abstrakt.
Gute Beispiele gibt es bereits, so etwa im Münchner Haus der Schüler*innen als Ort gelebter Beteiligung und, ebenfalls in München, einer Handreichung für Lehrkräfte, um nicht durch falsche Vorwürfe eines vermeintlichen Verstoßes gegen das Neutralitätsgebot verunsichert zu werden.
Für uns ist klar: Politische Bildung muss in Bayern verbindlich, früher und praxisnah werden. Dazu gehören politische Bildung ab der 5. Klasse an allen Schularten, starke Klassenräte und Schüler*innenvertretungen mit echten Mitbestimmungsrechten, politische Medienbildung im Unterricht und eine verbindliche politische Bildung aller pädagogischen Ausbildungen. Demokratiebildung darf kein Zusatzthema sein – sie gehört ins Zentrum.
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